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Kulitsch / Paska / Russisches Osterbrot

„Kulitsch" oder auch „Paska" (wie meine Mama es nannte), ist ein süßes Osterbrot, das eine lange Tradition in Russland hat. Es ist ein hohes und kuppelförmiges Gebäck, das mit einer schneeweiße Glasur bestrichen und mit bunten Streuseln verziert wird.  Der Hefeteig enthält einen höheren Anteil an Fett und Eiern als der herkömmliche Hefeteig. Außerdem gibt man noch Rosinen, Alkohol und kandierte Früchte in den Teig. Er ist butterweich, saftig und einfach köstlich.

 

Früher wurde er in kleinen und großen Eimern gebacken. Heute bäckt man ihn gerne in Konservendosen, es gibt mittlerweile aber auch schon spezielle Backformen als Set zu kaufen. Besonders schön sind spezielle Papierbackförmchen mit wunderschönen Verzierungen darauf. 

 

Ich habe verschiedene Konservendosen und eine sehr *hohe Springform mit einem Durchmesser von 16 cm gewählt.

Die Konservendosen habe ich vorher gespült und anschließend ausgekocht.

 

Bei diesem Rezept handelt es sich um einen „flüssigen" bzw. dickflüssigen Hefeteig. Er wird nur gerührt, nicht geknetet. Dadurch wird er eher feucht und saftig. Wer sein Brot lieber fester und trockener mag, erhöht einfach die Mehl - Menge und knetet den Teig gut durch. 

 

Für die Herstellung des Osterbrotes braucht man Geduld, viel Zeit und eine extra große Portion Liebe und Freude.:-)

 

Kommen wir zum Rezept: 

Kulitschi
Kulitschi

Menge ausreichend für eine hohe Springform mit 16 cm Durchmesser und 3 - 4 kleinen Konservendosen (meine waren von passierten Tomaten)

Backzeit: 45 Minuten - 1 Std. 

Ober-Unterhitze 165 - 170°C auf unterster Schiene

 

Zutaten für den Hefeteig: 

  • 500 ml Milch 
  • 1 Würfel frische Hefe 
  • 3 Eier
  • 225 g Zucker
  • 3 TL *Vanille - Paste 
  • 30 ml Weißwein
  • 125 mg Butter, geschmolzen, handwarm
  • 250 g Saure Sahne / Schmand
  • 60 g Rosinen, über Nacht in kochend heißem Wasser eingeweicht (wer mehr mag, erhöht auf ca. 150 g)
  • ca. 1 kg Mehl
  • 2 TL Salz
  • 2 - 3 EL Olivenöl 

Zubereitung: 

  1. Vorteig herstellen: Die Milch handwarm erwärmen (sie darf nicht zu heiß sein). Ungefähr 1/3 der Milch in eine kleine Schüssel geben, 1 EL Zucker hinzugeben, die Hefe zerbröseln und darin auflösen. Die aufgelöste Hefe nun zur restlichen Milch geben und ca. 200 g Mehl nach und nach dazugeben und mit einem Holzkochlöffel/ Silikonlöffel so lange rühren, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Ggf. noch mehr Mehl dazugeben, jedes Mehl verhält sich anders 
  2. Den Vorteig nun in eine große und breite Schüssel umfüllen (z.B. in eine Hefeteigschüssel), mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Ich erwärme hierfür den Backofen auf 50°C, schalte ihn wieder aus und stelle die Schüssel in den Backofen. Der Hefeteig braucht viel Sauerstoff, deshalb sollte er nie mit einem Deckel verschlossen werden!
  3. In der Zwischenzeit werden die eingeweichten Rosinen auf ein Küchenpapier gelegt und trocken getupft. Eingeweichte Rosinen bleiben auch während dem Backen sehr weich und saftig. Wer das nicht mag, weicht die Rosinen nicht ein, sie müssen nur vorher gut abgespült und trocken getupft werden.
  4. Die Eier mit dem Zucker schön schaumig aufschlagen. Das dauert ca. 8 Minuten. Die Saure Sahne (Schmand geht auch) dazugeben und kurz verrühren
  5. Nachdem der Vorteig 30 Minuten gegangen ist, gibt man nun die Eier - Zucker - Schmand - Mischung, die Vanille den Weißwein, die geschmolzene Butter und die Rosinen zum Vorteig und verrührt alles. 
  6. Mehl und Salz vermischen. Jetzt wird nach und nach das Mehl so lange untergerührt, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Zum Schluss das Öl unterrühren. Anschließend mit einem sauberen Küchentuch abdecken und nochmals an einem warmen Ort mind. 1 Stunde gehen lassen
  7. In der Zwischenzeit werden die Formen vorbereitet. Für die Konservendosen habe ich mir passende Backpapierstreifen ausgeschnitten und sie hochkant in die Dosen reingestellt. Das Backpapier sollte ca. 3-5 cm überstehen, sonst bleibt der Teig am Rand der Dose kleben. Für den Boden habe ich mir ein passendes Viereck aus Backpapier ausgeschnitten, in die Dose gelegt und am Rand die Kanten schön glatt gestrichen. Die hohe *Springform wird nur eingefettet
  8. Jetzt werden die Förmchen zur Hälfte mit dem Teig gefüllt. Am Besten funktioniert das mit einem Kochlöffel. Wer sich für einen festen Teig entschieden hat, formt kleine Kugeln und legt sie in die Förmchen
  9. Alle Förmchen auf ein Backblech stellen und nochmals an einem warmen Ort abgedeckt ca. 20 Minuten gehen lassen. 
  10. Den Backofen auf 165°C - 170°C Ober - Unterhitze erwärmen, das Backblech auf die unterste Schiene stellen und ca. 45 Minuten (kleine Konservendosen) bis 1 Std. (Springform) ausbacken. Sobald sich eine Kruste oben gebildet hat, kann man eine Stäbchenprobe machen, um zu überprüfen, ob der Teig durchgebacken ist. Sollte die Oberfläche zu schnell braun werden, legt man ein Backpapier drüber
  11. Die Osterbrote mindestes 1 Stunde in den Formen erkalten lassen und erst dann vorsichtig herausholen

Zutaten für den Guss:

Hier gibt es verschiedene Varianten, diese hier ist die gängigste:

  • 3 Eiweiße 
  • 200g Puderzucker
  • Saft einer halben Bio Zitrone  

Zubereitung 

  1. Eiweiß steif schlagen 
  2. Puderzucker einrieseln lassen und so lange rühren, bis das Eiweiß dickflüssig ist. Es sollte nicht zu steif geschlagen werden, die Konsistenz sollte eher cremig sein, aber eben nicht flüssig
  3. Zitronensaft hinzufügen und kurz verrühren 
  4. Den Guss auf die Kulitschi geben und verstreichen. Mit bunten Streuseln fröhlich verzieren. 

TIPP:

Wer auf rohes Eiweiß verzichten möchte: Es gibt auch *Eiweiß - Mischungen (Icing - Pulver) zu kaufen, die man mit Wasser und Zitronensaft verrühren kann. Ebenso kann man pasteurisiertes Eiweiß verwenden. Eine Alternative wäre auch ein Gelatine-Zuckerguss, für den kein Eiweiß benötigt wird. 

 

Viel Spaß beim Nachbacken.

 

Eure Ina 


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Kommentare: 4
  • #1

    Olga (Samstag, 04 April 2020 11:41)

    Ein tolles Rezept! Vielen Dank dafür

  • #2

    Katarina (Montag, 13 April 2020 15:59)

    Super Rezept! Habe das erste Mal Kulitschi gebacken und es ist direkt gelungen!�
    Werde das Rezept auf jeden Fall öfter verwenden

  • #3

    Miller’s Bakerina | Ina (Montag, 13 April 2020 16:51)

    Hallo liebe Olga! Das freut mich sehr zu hören! Frohe Ostern und viele Grüße!

  • #4

    Miller’s Bakerina | Ina (Montag, 13 April 2020 16:53)

    Hallo liebe Katarina! Das freut mich riiiesig! :-) Das motiviert ungemein. Hab noch schöne Rest-Ostern und viele Grüße! <3